Baustellen  3d

Bei großen Flächen oder dem Bedarf nach vielen Messpunkten spielen Drohnen ihre Stärken voll aus.

Mittels der Photogrammetrie können deutlich mehr Messpunkte in geringerer Zeit aufgenommen werden,

als dies herkömmlich machbar ist.

Zusätzlich muss der Vermesser nicht das zu vermessende Objekt oder einen Gefahrenbereich betreten,

sondern nutzt den sicheren Flugweg. Mit unserem integrierten RTK-GPS

Funktionsweise ähnlich wie ein GPS Rover) sind Bodenpasspunkte weitestgehend unnötig.

Vorgehensweise der Luftvermessung

Normalerweise besteht eine Vermessungsbefliegung aus folgenden Schritten:

- Planung des Wegpunktfluges
- Auslegen und Einmessen der Bodenpasspunkte
- Durchführung des GPS gestützten Fluges, Erstellung der Senkrechtaufnahmen
- Photogrammetrische Postproduktion der Rohaufnahmen
- Export der Ergebnisse beispielsweise als Punktwolke, Volumenkalkulation oder Schnittkanten

Vor der eigentlichen „Feldarbeit“ wird der gewünschte Flug mittels einer Wegpunktsoftware geplant.

Darin wird ein mäanderförmiger Flug über die zu messende Fläche gelegt.

Der Abstand der Streifen und der Bilder untereinander wird anhand der verwendeten Optik und Flughöhe festgelegt. Wichtig bei der Photogrammetrie ist, dass ein größerer Bereich als der eigentlich zu vermessende Bereich

beflogen wird, damit die Genauigkeit der Punktwolke auch in den Randbereichen der Messfläche hoch bleibt.

Anschließend wird vor Ort eine gewisse Anzahl an Bodenpasspunkten ausgelegt.

Bei einer normalen Drohnenbefliegung reichen hier Din A4 Maße aus. Diese „Karten“ bestehen entweder aus laminiertem Papier oder Kunstoff und verfügen ein Loch sowie ein aufgedrucktes „Target“ in der Mitte. Diese Bodenpasspunkte werden beispielsweise mit einem langen Nagel im Boden befestigt und anschließend z.b. mit einem GPS Rover vermessen. Für eine kleine Fläche reichen meist 5-7 Punkte aus, je größer das Projekt,

desto mehr Passpunkte sind notwendig. Der Sinn dieser Passpunkte liegt an der präzisen metrischen

Referenzierung des gewonnenen 3D Modells (ansonsten läge das Modell nur in einem lokalen Koordinatensystem)

und im Qualitätsmanagement. Sollte das 3D Modell falsch generiert worden sein, würde dies im Normalfall

über die Referenzpunkte als metrischer Fehler sichtbar gemacht werden. Die meisten Photogrammetrie-Produkte zeigen die Abweichung zwischen den Passpunkten in cm an, dadurch lassen sich schnell mögliche Fehler erkennen.

Nach dieser Vorarbeit wird der eigentliche Flug durchgeführt. Um eine möglichst gleichbleibende Längs- und Querüberlappung der Aufnahmen zu erreichen, wird dabei meist der automatische GPS- Flugmodus genutzt. Nach dem Flug sollten Sie die Schärfe der Aufnahmen sowie eine gute Erkennbarkeit der Bodenpasspunkte stichpunktartig überprüfen.

Datenverarbeitung in der Postproduktion

In dieser Phase werden die Bilder und wenn vorhanden die GPS-Lagedaten in eine Photogrammetriesoftware geladen. Diese fügt die Bilder im ersten Schritt wie ein Mosaik zusammen. Anschließend beginnt die sogenannte Triangulation. Durch die starke Überlappung der Aufnahmen kann ein Messpunkt gleich mehrmals in anderen Bildern gesehen werden. Photogrammetrische Algorithmen ermöglichen es dadurch der Software, die exakte Position und Lage der Drohne, Kamera und auch der Bodengeometrie zu messen. Die daraus entstehende sehr große Anzahl an Messpunkten am Boden nennt man auch Punktwolke. In dieser Punktwolke kann der Bediener nun manuell die Bodenpasspunkte (Targets) auswählen und den eingemessenen GPS-Positionen zuweisen. Dadurch kann das ganze 3D Modell dann „georeferenziert“ werden. Das bedeutet, dass der Vermesser nach diesem Arbeitsschritt an jedem beliebigen Punkt im Modell die präzise Position ablesen kann.

Dieses Produkt kann entweder weiter bearbeitet werden oder in diversen Dateiformen exportiert werden. Gängig ist beispielsweise der Export als Orthofoto. Dabei wird die Verzeichnung der Kamera sowie ein möglicher Positionsfehler durch unebene Bodentextur herausgerechnet und ein Bildmosaik (ähnlich eines Satellitenbildes) erstellt. Dieses kann beispielsweise als Grundlage für eine Planung einer Umgehungsstraße, Gewerbegebiet o. ä. genutzt werden.


 

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